Buskers Bern

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Alle Veranstaltungen in der Region Bern in der Übersicht. Der beste Event-Mix für jeden Geschmack zu jeder Jahreszeit. Jetzt alle Berner Anlässe entdecken!

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05.12.2021 - 29.01.2022 - Bern
Der gestiefelte Kater
Seit 58 Jahren bringt die Studio Bühne Bern (gegründet von Edith Langer Tolnay) jedes Jahr im Dezember/Januar ein Märchen der Brüder Grimm auf die Bühne. In der Theatersaison 2020/2021 mussten wir leider aufgrund der Corona-Massnahmen unser Märli in die nächste Saison verschieben und freuen uns jetzt auf die Premiere am 5. Dezember 2021!

In unseren Stücken wird nicht nur gespielt sondern auch getanzt und gesungen. Es soll das Ziel sein, dass unsere Schülerinnen und Schüler, welche regelmässig Kurse (Schauspiel, Tanz und Gesang) in unserem Studio an der Laupenstrasse 51 in Bern besuchen, als persönliches Highlight die jährlichen Aufführungen im Theater National am Hirschengraben geniessen können.

Mit "Der gestiefelte Kater" bringen wir im 2021/2022 viele schöne und bezaubernde Figuren auf die Bühne! Natürlich gehört ein gestiefelter Kater mit vielen Katzen dazu, wie auch der gesamte Hofstaat – König, Königin, Prinzessin und Hofmarschalls. Speziell in diesem Jahr veranstaltet der Zauberer Quitschi Quatschi eine zusätzliche Zaubershow auf der Bühne vom National.

Die Geschichte vom gestiefelten Kater soll aufzeigen, wie man mit viel Geschick, Witz und Menschenverstand die schwierigsten Situationen meistern kann!
Trotz wiedrigster Umstände kann der Müllersbursche Michel – zusammen mit seinem Kater – die Welt bereisen und lehrt dabei seine angebetete Prinzessin Carla kennen. Um ihr Königreich vom bösen Zauberer Quitschi Quatschi zu befreien, muss das Gespann einige schwierige Situationen überstehen und ob’s zum Schluss ein Happy End gibt ? – Auf der Bühne im Theater National am Hirschengraben in Bern erfahrt ihr’s…
05.12.2021 - Bern
Jubiläumskonzert - Barockmusik aus Italien
Gastsolistin aus Wien am Jubiläumskonzert des Berner Konzertchors Canto Classico

Zum 15-jährigen Bestehen von Canto Classico gastiert mit der Altistin Cornelia Sonnleithner eine Solistin aus Wien in Bern. Sonnleithner war Mitglied des Staatsopernchors, sang darauf an den Salzburger Festspielen und debütierte 2019 an der Wiener Volksoper. Mit Porporas Salve Regina F-Dur interpretiert sie ein virtuoses Paradestück ihres Stimmfachs.

Einige der grössten italienischen Barockkomponisten hatten ihre Wirkungsstätte in Neapel. Die Stadt Neapel, nach London die zweitgrösste Metropole und die bedeutendste Musikstadt des damaligen Europa, wurde vom spanischen Vizekönig regiert und war daher stark von der spanischen Kultur geprägt.
Der aus einer sizilianischen Musikerfamilie stammende Alessandro Scarlatti erhielt seine Ausbildung in Rom, wo er auch erste Anstellungen als Kapellmeister bekam. 1684 wurde er Kapellmeister der vizeköniglichen Hofkapelle (Capella Reale) in Neapel.
Francesco Durante war in Neapel Schüler von Alessandro Scarlatti, ging dann für Studien nach Rom und stand danach von 1740-42 in Diensten des ungarischen Erzbischofs in Bratislava. Nach der Rückkehr nach Neapel wurde er dort Direktor des Konservatoriums. Zu seinen berühmten Schülern gehörten N. Jommelli, N. Piccinni, G. Paisiello und G.B. Pergolesi. Jean-Jacques Rousseau stellte Durante auf einer Stufe mit Händel.
Nicola Porpora stammte ebenfalls aus Neapel, wo er seine Ausbildung als Sänger und Komponist erhielt. Zu seinen bekanntesten Schülern zählten die Kastraten Farinelli, Caffarelli und Porporino. Auch Joseph Haydn war kurzzeitig Schüler Proporas in Wien.
Antonio Caldara erhielt seine musikalische Ausbildung bei Legrenzi in seiner Heimatstadt Venedig. Von 1700-1707 war er Kapellmeister in Mantua, von 1709-1716 in Rom, bevor er 1716 als erster Vizekapellmeister unter Johann Joseph Fux nach Wien an den Kaiserhof Karls VI übersiedelte.

Mitwirkende
Laurence Guillod, Sopran / Cornelia Sonnleithner, Alt
Luigi Chiaramonte, Tenor / David Zürcher, Bass
Edoardo Pezzini, Oboe, Daniele D'Andria, Konzertmeister

Canto Classico Konzertchor Bern
Instrumentalistinnen und Instrumentalisten des Orchestra Classica

Willi Derungs, Leitung
10.12.2021 - Bern
Steiner & Madlaina I Win Win Tour - Special Guest
Steiner & Madlaina
“Wünsch mir Glück“

Es beginnt mit einem “Gute-Laune-Song mit leicht bitterem Nachgeschmack“. So sagen es die Künstlerinnen selbst sehr treffend über den Opener ihres zweiten Albums und benennen damit zugleich eine Spezialität des Hauses Steiner & Madlaina - denn genau diese Geschmacksrichtung können sie perfekt zubereiten. “Es geht mir gut“ wird zu Weißweinschorle bei 40 Grad im Schatten gereicht, ein Chor säuselt, ein entspannt groovender Rocksong streckt sich gemächlich aus, und die beiden Schweizerinnen schmieren einem spätestens im Refrain das schlechte Gewissen unwiderstehlich wie nicht mehr ganz frische Erdbeermarmelade aufs Brot: “Wie Leonce und Lena steht uns Langeweile gut / Uns ist total bewusst, was rundherum der Mensch so tut / Zu faul für jegliche Debatten / Bleib ich bei vierzig Grad im Schatten.“ Eine ihrer Stärken kommt schon hier zum Tragen: Nora Steiner und Madlaina Pollina sind viel zu schlau, um sich mit fuchtelnden Zeigefingern als Gutmenschen zu inszenieren, sondern demontieren sich mit gut abgeschmeckter Selbstironie selbst gleich mit, bis sie in einer letzten Umarmung ganz richtig feststellen: “Wenn wir alle Lust drauf hätten, könnten wir die Welt noch retten.“ Autsch.

Aber der Reihe nach: Wer Nora Steiner und Madlaina Pollina in den vergangenen Jahren mal live gesehen hat - zum Beispiel auf ihren langen Touren, auf dem Southside / Hurricane Festival oder auf dem Lollapalooza - der müsste ihren Live-Qualitäten, ihrem Charisma, ihren Stimmen und nicht zuletzt ihren Songs bereits erlegen sein. Und das dürfte mittlerweile einigen passiert sein, denn die beiden haben den alten Mythos des “Hochspielens“ ernst genommen und in den letzten Jahren über 150 Konzerte abgerissen, davon allein 110 im letzten Jahr. Nora und Madlaina kennen sich dabei seit Schultagen in ihrer Heimat Zürich - und genau das ist es, was man bei jeder Performance spürt. Außerdem stehen sie seit Teenagertagen auf Bühnen, Holzkästen, Festivalwiesen, in Hinterhöfen, in “Dönerläden vor fünf motzenden Gästen“ wie Nora sich lachend erinnert oder seit ein paar Jahren auch immer wieder im Studio. Ihr Debütalbum “Cheers“ kam 2018 und mischte überwiegend deutsche Lieder mit einer Handvoll englischer und dem wundervollen “Herz vorus id Wand“ auf Schwyzerdütsch mischte. Das Label ihres Vertrauens schon damals: Glitterhouse Records. Auf ihrem zweiten Album “Wünsch mir Glück“ haben Steiner & Madlaina nun ihre Sprache in Sound, Haltung und Wort gefunden. Und dabei fällt sofort auf: Alle Songs sind auf Deutsch getextet. “Geplant war das nicht unbedingt“, erzählt Madlaina, “das kam eher so raus. Wir wollten, dass die Texte mehr Gewicht bekommen und ich glaube, unsere Ansprüche an uns sind auch ein bisschen gewachsen. Die Songs auf Deutsch waren am Ende die besten.“ Nora ergänzt: “Es hatte natürlich Einfluss, dass wir viel in Deutschland auf Tour waren, oft mit Bands, die nur auf Deutsch singen.“

Trotzdem eine gute Entscheidung, denn die elf deutschen Songs beweisen eindrücklich, dass die beiden lyrisch einen verdammt guten Lauf hatten. Dazu muss man wissen, dass Steiner & Madlaina ihre Songs jeweils alleine schreiben. Aber, so Nora: “Wir haben diesmal viel über die Texte und die Themen diskutiert während des Schreibprozesses.“ Und, so Madlaina: “Nora ist auch die einzige, die mir sagen darf, ‚an diese Zeile musst du nochmal ran.“ Ein wissendes Lachen auf der anderen Seite. “Das ist umgekehrt genauso“, sagt Nora. In Sachen Sound und Wucht hat sich ebenfalls ein wenig geändert: Denn auch wenn Steiner & Madlaina kreativ als Duo arbeiten, sind sie stolz auf “ihre Jungs“, bzw. ihre Live-Band, die ihnen auch im Studio zur Seite stand. Leonardo Guadarrama (Schlagzeug), Nico Sörensen (Bass) und Max Kämmerling (E-Gitarre) spielten unter Leitung von Nora und Madlaina die Songs live im Studio ein. Sehr dynamisch eingefangen wurde das von Produzent Alex Sprave, der schon bei “Cheers“ am Start war. Indie-Folk und der oft verschmelzende Gesang der beiden bilden zwar nach wie vor die Basis, aber das bluesige “... und die bin ich“ oder die wütende erste Single “Wenn ich ein Junge wäre (ich will nicht lächeln)“ erweitern ihre Klangfarbe sehr schlüssig. Dazu gibt es das bitterböse Lied “Heile Welt“, das - so Madlaina - “aus tiefster Resignation über die Welt, die sich der Mensch gemacht hat“ entstanden ist. Es gibt die pointierte Beobachtung der Leiden der Generation Y, “So schön wie heute“, es gibt das böse “Ciao Bella“, bei dem aus der Position eines vermeintlich feministischen Chauvies gesungen wird, und es gibt das “I Want Some Sugar In My Bowl“ der “Generation Indie“ - “Denk was du willst“ - ein Song, der lasziv, intelligent, feministisch und selbstbestimmt von gutem Sex handelt, der manchmal nichts mit Liebe zu tun haben muss und der vom Blumenbeet auch direkt in die Abgründe führen darf, die beide erkunden wollen. Und es gibt die unmögliche Liebesgeschichte “Wünsch mir Glück“, über eine Liebe, die so schmerzhaft wird, dass nur noch die Hoffnung bleibt, man möge bald aufhören zu lieben.

Als Alben-Titel machen die Worte “Wünsch mir Glück“ dann noch einen bunten Blumenstrauß weiterer Bedeutungsebenen auf. Man könnte sie als motivieren Appell der Künstlerinnen selbst lesen, die neben einem guten Album in diesem Business eben auch ein wenig Glück brauchen. Oder man könnte den Titel mit Blick auf die politischen Stücke als trotziges “Wünsch mir Glück“ einer jungen Generation verstehen, die auf die alten Motzköppe schaut, die unsere Umwelt mit fetten SUVs gegen die Wand fahren.